Er beschenkt die Welt mit einem weiteren - mit Sicherheit ganz zauberhaften - Weblog. Viel kann man da noch nicht lesen, es ist ja sein erster Tagebucheintrag, in dem er von einer verhinderten Bergtour und vom Gurktaler Speckfest erzählt, aber wir alle freuen uns auf mehr unter Wir-sind-wir.at

(Bild (c) Bratwurst!)
Der hochgeschätzte Rationalstürmer ist neugierig, welche literarischen Leichen denn so in meiner Vita herumverwesen - welche Bücher ich also zwar herumliegen, aber nicht oder nur halb gelesen habe, und ich finde diese Frage ausgesprochen fein. Denn es gibt sie, diese Exemplare.
möchte ich da irgendein Werk von Paolo Coelho anführen, zu dessen Lektüre mich einst ein junger Herr mit glühendem Feuereifer zu nötigen versuchte. Ich hab mir nicht einmal den Titel gemerkt und das Exemplar nach einigen Seiten halb angewidert, halb belustigt zurückgegeben. So einen halbesoterischen Schmarrn hab ich weder davor noch danach gesehen. Coelho ist mir als bierernster Jammerlappen in Erinnerung geblieben, der sich selbst für sehr philosophisch hält. Den jungen Mann mit der Missionierungsneurose habe ich nie wieder gesehen. Wahrscheinlich ist er irgendwo am Jakobsweg verschollen.
Elfriede Jelinek, Die Klavierspielerin. Ist, glaub ich, irgendwas mit einer schwer sadistischen Mutter und einer so verhärmten wie gestörten Tochter im Plisseerock oder so. Irgendwann vor Jahren glaubte ich, daß man das gelesen haben muß und quälte mich ein paar Tage damit herum. Dann hab ich mich am Kopf gekratzt und, so für mich, festgestellt, daß ich der (in der Zwischenzeit mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichneten) Autorin irgendwie nicht so ganz folgen will. Angelesen zurückgegeben.
Leo N. Tolstoi, Anna Karenina. "Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist ihre eigene Art unglücklich. Bei den Oblonskijs herrschte allgemeine Verwirrung." Ein vielversprechender Anfang, doch irgendwie hat sich die allgemeine Verwirrung dann auch bei mir durchgesetzt. Muß wohl an diesen russischen Namen gelegen sein. Ich glaube, ich bin so ungefähr dreimal sanft darüber eingeschlafen und konnte mich dann jeweils nimmer an die Handlung erinnern. Angelesen ins Bücherregal zurückgestellt. Wenn ich irgendwann in Pension bin, probiere ich es noch einmal.
Irvin D. Yalom, Und Nietzsche weinte. Keine Ahnung weshalb, aber ich hab's nach ein paar Seiten einfach weggelegt. Diese Wien-Klischee-Geschichte war wohl nicht so meins.
John Irving, Laßt die Bären los. Ich bin bis Seite 248 (von 506) gekommen. Obwohl ich Irving liebe und sonst alles von ihm gefressen habe, konnte ich damit definitiv nix anfangen. Vielleicht, weil der Protagonist "Siggi" heißt. Ich meine: Siggi. Was für ein dämlicher Name! Vielleicht braucht's einen neuen Anlauf. Mal sehen.
Javier Marías, Morgen in der Schlacht denk an mich. "Es ist sein erstes Rendezvous mit der Frau, die erste gemeinsame Nacht. Der Ehemann ist verreist, das Kind schläft nebenan. Aber noch ehe sie ganz entkleidet ist, stirbt die Frau in den Armen des Mannes." Das klingt nach einem Buch, das dich eine schlaflose Nacht kostet, nicht wahr? Nunja. Nach der kurzen Abhandlung des Hinscheidens der Dame ist mich das große Gähnen überkommen, aber ich hab mich noch tapfer vorangeschlagen. Auf Seite 163 bin ich schließlich nicht sehr befriedigt eingeschlafen. Ähnlicher Humorgrad wie Paolo Coelho. Wenn's wer will: gern.
Stephen Hawking, Das Universum in der Nußschale. Das hab ich mir irgendwann bei Libro gekauft, um 10 Euro. Ein wunderschön illustriertes Buch. Verstanden hab ich natürlich kein Wort. Status: verborgt und nie wieder gekriegt. Macht aber nix.
C.G. Jung, Archetypen. Irgendwann in meiner Ethnologiephase erstanden, beim Lesen mächtig schlau gefühlt und interessante Notizen ("Peng: coole Sau!") hinterlassen. Ein vergilbtes Taschentuch zeigt mir an, daß ich mich immerhin bis Seite 75 durchgerackert habe. "Die psychologischen Aspekte des Mutterarchetypus" hab ich dann, durch und durch Realistin, schon gestanzt.
Jean Paul Sartre, Der Ekel. Diese ganze Existenzialismusgeschichte bescherte mir damals, kurz vor der Matura, Schlafstörungen. Ich hab's dann gelassen, auch den Kafka.
Ja, ich gestehe. Umberto Eco, Der Name der Rose. Zuwenig Mickeymäuse, zu viele Kater Karlos. Obwohl ich die Theorie mit dem verlorengegangenen Teil der Poetik von Aristoteles durchaus reizvoll fand. Aber ich glaub, das war das Ende des Filmes.
PS: Das war ein sogenanntes Stöckchen, das man tunlichst vermeiden sollte, weiterzuwerfen, weil die Getroffenen dann immer ganz garstig fluchen (während sie brav mitmachen). Da ich mir im Moment keine wie auch immer gearteten Watschen abholen will (auch mein Masochismus hält sich bisweilen in Grenzen), darf sich das hier einfach schnappen, wer will.
Das ganze verlängerte Wochenende, oh Götter, habt Ihr uns mit köstlichem Naß von oben erfrischt und die Temperaturen so gestaltet, daß wir uns an der heimeligen Wärme unserer Heizungen erfreuen konnten.
Und dann, am ersten Arbeitstag danach, knallt die Sonne vom blitzblanken Himmel, als gäbe es kein Morgen. War ja auch schon vorigen "Sommer" so (und ja, der gehört unter Anführungszeichen). Wundert es eigentlich noch wen, wenn die Jugend den Drogen verfällt, die Gesellschaft verlottert und die Menschheit verroht? Das prangere ich an! Und damit nicht genug: Ich fordere hiermit einen Anstieg der durchschnittlichen Tagestemperaturen im Juni auf wenigstens 20 Grad Celsius (Plus, nicht Minus), mindestens zwei sonnige Wochenenden pro Monat und ein Einsetzen der nächsten Schneefälle nicht vor Ende Oktober. So.
[Edit] Hörnchen hat mir gerade ein Bild geschickt, auf dem das Freibad von Evil Goisern heute morgen zu sehen ist - danke für diesen heldenhaften Einsatz im Dienste der stets aktuellen Berichterstattung!

Es gibt Dinge, deren Namen in Wahrheit das genaue Gegenteil dessen ausdrücken, was sie sind. Zum Beispiel:
Luftverbesserer. Sogenannte Luftverbesserer.
Es müßte nämlich heißen: Luftverpester. Wie ich gerade am Firmenklo testen durfte. "Meeresbrise" heißt das Teil, das auf Knopfdruck einen nachgerade tödlichen Hauch der Pestilenz abgibt - teuflische Aerosole, die sich flugs aufs Vortrefflichste mit dem in fensterlosen Firmenklos generell herrschenden Odeur verbinden.
Eine Liaison der Hölle.
Ich frage mich bloß, welche herzlose Teufelin diese Stinkbombe gezündet und dann auch noch die Lüftung abgedreht hat. Das Ergebnis gleicht einer biblischen Plage. Weshalb ich die Dose des Meeresbrisengrauens wohl bei Gelegenheit klammheimlich in der runden Ablage verschwinden lassen werde. Wäh.
W: "Und, wie geht's dir so?"
J: "Nojo, geht wieder so..."
W: (mitfühlend) "Oje... emotionaler Durchhänger?"
J: (grinsend) "Nö, Scheißerei."
Beim semmel macht die professionelle Anorexia so richtig einen drauf - sollte man nicht versäumen!
Empfohlener Soundtrack: irgendwas mit Motorsägen.
Irgendwie kann ich dieses arme zerschellende Ding ein Posting weiter schön langsam selber nimmer sehen, sobald ich meine Seite aufrufe.
So ein Mist. ;-)
Amtlicher Bescheid vom 14. Februar 2006 (gültig für das gesamte Bundesgebiet!):
Ab sofort dürfen aus Sicherheitsgründen folgende Stücke weder öffentlich noch privat zur Aufführung gebracht werden:
Peter Illjitsch Tschaikowsky: Schwanensee
Peter Lord/Nick Park: Chicken Run
Selma Lagerlöf: Nils Holgerson
und selbstverständlich
Alfred Hitchcock: Die Vögel.
Das Anstimmen von Schwanengesängen ist mit sofortiger Wirkung ausnahmslos immer und überall untersagt.
Freiwillige, die sich zum Tauberl-Vergiften im Park melden möchten, finden sich bitte ab morgen, 7:30h im zuständigen Magistratsamt ein.
Bitte sich festzuhalten!
Ihr Gesundheitsministerium.
"Speibender Schwan" © dieJulia (2004)
heute ist ja Singles-Bashing-Tag.
Wer dem Terror der flammenden Herzen entgehen will, bleibt wahrscheinlich am besten offline oder überhaupt gleich im Bett. Man kann ja nicht einmal am Online-Standard die Nachrichten lesen, ohne von geschmacklos-pinken Popups belästigt zu werden. Igitt. Ich hasse pink.