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dieJulia | 1430 days ago | 7 Comments | Link

... Dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte:
ein okayes Gehalt.
einen Computer, mit dem man RAWs in der Zeit bearbeiten kann.
einen Kerl.
ein Haustier (oder zwei).
einen eigenen Garten.

... Dinge, die ich habe, aber lieber nicht hätte:
einen verspannten Nacken.
Panik vorm Zahnarzt.
ein "Wienerin"-Abo aus dem Jahre Schnee. (Notiz an mich: endlich abbestellen, diesen selten dämlichen Tussen-Topfen!)
keine Lust auf Ausdauersport.
einen verstaubten Altglasbestand in meiner Wohnung.

... Dinge, die ich nicht habe und auch nicht haben möchte:
Sportwagen.
Fernseher.
Lust auf Süßes.
Pollenallergie.
Lust am Kauf von Textilien, Schuhen und Schmuck.

[geworfen haben derKristof und der Herr d.e-script.iv, weitergeworfen wird, wie üblich, nicht.]

Eiche, massiv

dieJulia | 1459 days ago | 17 Comments | Link

Die liebe Etosha hat - passend zu Monsterschnuckel, wie mir scheinen will - ein sogenanntes Stöckchen geworfen. Ein massives Monster-Eichenstöckchen. Na pfau, der Abend ist gerettet! Was Sie immer schon über dieJulia wissen wollten, sich aber bislang nicht zu fragen getrauten. Gemmas an...

  1. Trägst du Unterwäsche? Wenn ja, welche?
    Sehr spaßige Frage. Ja. Welche? Kommt wohl auch ein bissl auf die weitere Tagesplanung an, nicht? ;)

  2. Weißt du, wie man die BH-Größe misst?
    Öh... Nach dem Handtellerkoeffizienten? Was sind'n das für Fragen?

  3. Was ist deine Lieblingseissorte?
    Ah, mein Lieblingsthema! Ich bin keine Süße, wer mich kennt, weiß das nur zu gut. So richtig schmelzen vor geschmacklicher Wonne kann ich bei Oliven, Perlzwieberln und Senfgurken (ich erinnere mich, darüber sogar schon einmal eine epochale Abhandlung verfaßt zu haben. Für den Fall, daß es mich so ca. einmal im Jahr (und das ist nicht untertrieben) seltsamerweise doch einmal nach Eis gelüstet, ordere ich Walnuß und Pistazie.

  4. Duschen oder baden?
    Man sagt ja, daß jeder das kriegt, was er verdient. Das sollte mich nachdenklich stimmen, weil haben tu ich nur eine Dusche, während ich die Wonnen einer Badewanne sehr zu schätzen wissen würde.

  5. Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang?
    Der Anblick von Sonnenaufgängen ist mir nur beschert, wenn ich die ganze Nacht unterwegs war oder gearbeitet habe. Nach Sonnenuntergang wirds für mich grundsätzlich erst richtig interessant.

  6. Welche 3 Dinge hast du immer bei dir, wenn du unterwegs bist?
    Geldbörse, Schlüssel, Schnuckel, zweites Microdrive, zweiten Akku.

  7. Donald Duck oder Mickey Mouse?
    Asterix.

  8. Welche Zahnpasta benutzt du?
    Als ausgewiesene Dentalphobikerin benütze ich grundsätzlich Parodontax (die salzige), einmal die Woche Elmex Zahngel und jede Menge Zahnseide.

  9. Rechts- oder Linkshänder?
    Rechtshänder.

  10. Singst du unter der Dusche?
    Ja. Ich liebe die Akustik da und bleibe oft länger als nötig unter der Dusche, um fertigsingen zu können.

  11. Redest du mit deinen Haustieren?
    Nein (ich habe keine), aber mit meinen Zimmerpflanzen. Die heißen übrigens alle Franz.

  12. Kennst du die richtigen Namen deiner Email-Freunde?
    In den allermeisten Fällen.

  13. Hattest du mal ein pinkfarbenes Kleidungsstück?
    Ja.

  14. Beißt du dir in die Lippe, wenn du nervös bist?
    Autsch. Nein! Wenn ich nervös bin, lege ich meistens Kaugummipapierln zusammen oder gehe auf und ab. So ich nicht die Möglichkeit dazu habe, spanne und entspanne ich diverse Muskeln.

  15. Frühaufsteher oder Nachteule?
    Klassische Nachteule. Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich erst gegen Mittag zu arbeiten beginnen. Ich fühle mich am Vormittag, unabhängig davon, was ich am Abend zuvor gemacht habe, einfach nur mies und bin erst ab zwölf, halb eins produktiv. Die Schulzeit war für mich die reinste Hölle, jetzt hab ich gottlob einen Job mit relativ großzügiger Gleitzeit.

  16. Kannst du einen BH mit nur einer Hand öffnen?
    Abgesehen davon, daß ich mich nicht erinnern kann, je einen fremden BH geöffnet zu haben, hab ich das jetzt gerade an meinem eigenen ausprobiert, weil ich über diese Frage noch nie nachgedacht habe. Ja, ich kann. ;-)

  17. Gummibärchen oder Kaugummi?
    Kaugummi, zuckerfrei, Minze in verschiedenen Schärfen.

  18. Wie alt bist du?
    Thirtysomething, aber das ist ja kein Geheimnis.

  19. Und wie alt möchtest du sein?
    Paßt schon so.

  20. Loft, Villa, Bauernhaus oder einfach nur Wohnung?
    Wie wärs mit einem ganz normalen, nicht überdimensionierten Haus und einem halbwegs großen Garten? Und Badewanne? Yep, das wärs.

  21. Was isst du am liebsten auf der Pizza?
    Ich hab noch nie was auf einer Pizza gegessen, noch nicht einmal auf einer Piazza, weil ich - außer zwecks Besteigung einer Fähre nach Tunis - noch nie richtig in Italien war. Die Pizza meiner Sehnsüchte ist aber meistens möglichst mit Tomatensauce, Salami, Käse, Schafkäse und Oregano belegt. Da bin ich ganz simpel gestrickt.

  22. Wie trinkst du deinen Kaffee?
    Aus einem großen Häferl. Das ist wichtig. Weil da viel reinpaßt, und weil ich viel Kaffee brauche. Was sonst noch dazu gehört: Milch (Vollmilch, alles andere ist bäh) und ein halber Löffel Zucker.

  23. Hast du schon mal für andere gekocht?
    Ja. Sogar gegen Geld.

  24. Hast du schon mal Austern gegessen?
    Zubereitet: ja. Gekostet: ja. Nicht meins. Ich esse auch keine Schnecken.

  25. Weißt du Geburtstag und Alter deiner Eltern?
    Gibt es jemanden, der das nicht weiß? Kann ich mir nicht vorstellen. Na sicher!

  26. Titel deines Lieblingsbuches?
    Vielleicht werde ich das am Ende meines Lebens wissen. Es gibt einfach zu viele Bücher, die ich gelesen und geliebt habe. Eine Einschränkung auf einige wenige Exemplare findet sich hier, das Gegenteil davon da.

  27. Sind deine Füße gleich groß?
    Nein, ich trage rechts eine Nußschale und links ein Schlauchboot.

  28. Magst du Knoblauch?
    Aber wie!

  29. Kannst du mit deinen Augen einzeln blinzeln?
    Bin ich ein kleiner, dreckiger Möchtegern-Gigolo, der zu viele schlechte Filme gesehen hat und Frauen auf der Straße ein xs xsss zuzischt und dabei in der Hoffnung auf einen Riß seine Augenlieder asynchron hoch- und runterklappt? Also ich blinzle synchron und unbewußt.

  30. Liest du Tabellen?
    Ich lese alles, was mir unterkommt. Auch Tabellen.

  31. Was wäre das erste, was du tun würdest, wenn du einen Millionenjackpot im Lotto gewinnst?
    Da ich nicht Lotto spiele, erübrigt sich die Frage. Ich würde aber, so rein hypothetisch, als erstes einen Canon-Händler aufsuchen und ihn sehr, sehr glücklich machen. ;)

  32. Pepsi oder Coca Cola?
    Coca Cola. Aber so selten, daß ich mich kaum erinnern kann, wann zum letzten Mal. Ich steh mehr so auf Leitungswasser und naturtrüben Apfelsaft.

  33. Wann hast du das letzte Mal geweint?
    Ehrlich jetzt? Voriges Wochenende, als ich einen Entschluß faßte. Das T-Shirt eines guten Freundes versauend.

  34. Schau nach rechts, was siehst du?
    Fenster. Drucker. Kartenleser. Schreibtischkante.

  35. Und links?
    Bücherwand. Küche.

  36. Schnarchst du?
    Für normal nicht so laut, daß selber davon aufwachen würde.

  37. Kaust du auf Bleistiften oder Kulis rum?
    Hab ich früher mit Inbrunst. Jetzt schon lange nimmer.

  38. Wenn auf einer Tür steht 'ziehen', drückst du trotzdem?
    Bei meinem Zielpunkt passiert mir das ständig, aber umgekehrt. Ich ziehe, statt zu drücken. Die haben nämlich die Tür falsch beschriftet.

  39. Wenn du einen Tag in deinem Leben wiederholen könntest, welcher wäre das dann?
    Es gibt so einen Tag vor ca. sieben Jahren, da würde ich mit meinem heutigen Wissen eine Entscheidung anders treffen, als ich es getan habe.

  40. Tequila, Mojito, Caipirinha oder alkoholfrei?
    Wie wärs mit einem schönen, alten, bernsteinfarbenen Bushmills?

  41. Pommes oder Bratkartoffeln?
    Erdäpfelsalat!

  42. Hast du schon mal eine Waffe abgefeuert?
    Meine Freundin und ich schossen in Jugendtagen mit dem Luftdruckgewehr meines Vaters liebend gern und sehr treffsicher auf leere Bohnendosen. Tja.

  43. Winnie the Pooh, Tigger, Kanga, Roo, Piglet, Eeyore, Rabbit oder Owl?
    Was, wie? Ich glaub, ich werd alt. Erwähnte ich, daß ich fernsehlos aufwuchs und es seit Jahren freiwillig wieder bin?

  44. Warst du schonmal in Disneyland/ world/ resort?
    Da würden mich wohl keine zehn Rösser hinkriegen.

  45. Was ist dein größtes Ziel?
    Sorry, den Bullshit-Bingo-Scheiß redigiere ich tagtäglich. Wünsche und Träume, die hab ich. Aber Ziele? Bin ich Scharfschütze?

  46. Schlagsahne oder Caramelsirup?
    Pfefferoni.

  47. Riechst du an anderen Menschen?
    Bin ich ein Drogenhund? Ich rieche andere Menschen. An anderen Menschen aber nur dann, wenn ich sie riechen kann. In diesem Fall allerdings gern und viel.

Anmerkungen:

  1. Wer daraus jetzt ein psychologisches Profil erstellt, stirbt.
  2. Hinter aner Korkeichn hör ich's oag keich'n. (Farkas?)

Weiterwerfen werd ich's wie üblich nicht, weil ich mich nicht anmotzen lassen mag. Ich bin ja quasi der Stöckchen-Friedhof.

dieJulia Revelations [16]

dieJulia | 1478 days ago | 38 Comments | Link

Aus der Reihe Dinge, die mich nerven, heute: Kommunikationsverhalten und Mobiltelefonie.

Um eins einmal vorwegzunehmen: Ich finde, daß Handys eine ungemein praktische Erfindung sind. Weder zähle ich mich zu den Strahlenphobikern noch zu jenen Menschen, die das Ding unbedingt eingeschaltet neben dem Kopfpolster liegen haben müssen. Im Auto telefoniere ich mit Freisprecheinrichtung, und wenn ich keinen Bock auf Kommunikation habe, schalte ich es einfach aus, dann meldet sich die automatische Julia, der man vertrauensvoll eine Nachricht hinterlassen kann: die echte wird zurückrufen. Die Tatsache, daß normale Menschen oder Institutionen ihre ID senden, empfinde ich als ganz wesentlichen Befreiungsschlag, den diese Technologie mit sich gebracht hat. Wer seine ID nicht sendet, fällt unter die Kategorie Keiler bzw. kleiner, feiger Stalking-Anfänger und wird netterweise zur Mailbox weitergeleitet. Wenn die Nummer der labilen Lilli am Display erscheint, bei der ich nie weiß, ob sie gerade zum x-ten Mal von ihrem halb-ex-halb-ex-noch-Freund verlassen wurde/wieder mit ihm zusammengekommen ist und es für angebracht hält, mich die nächsten drei Stunden ausgiebig über mögliche Deutungsvarianten des Verhaltens von Schatzi zu unterrichten oder bloß wieder einmal ins Kino gehen will, brauche ich nur abzuwarten, was sie mir auf die Box redet und kann dann in aller Ruhe entscheiden, ob ich zurückrufe oder nicht. Das sind - im Vergleich zur vorsintflutlich anmutenden Analogtelefonie von vor ein paar Jahren, als man sich Nervensägen oder späteren ID-Unterdrückern noch hilflos ausgeliefert sah - wahre Segnungen.

So weit, so gut. Es gibt allerdings Ausprägungen des Nutzungsverhaltens dieser Technologie, die mich rasend machen. Die zwei extremsten möchte ich anhand zweier Beispiele aus meinem Freundeskreis erläutern.

Freund A: wollte man in der Tierwelt eine Entsprechung für sein mobiltelefonisches Kommunikationsverhalten finden, es müßte eine aufgekratzte Fliege sein, die wild summend gegen jede Fensterscheibe taumelt und dazwischen durchs Zimmer sirrt, als gäbe es kein Morgen. Freund A, ein im Grunde äußerst liebenswerter Mensch, ist der Immer-und-Überall-Typ. Er telefoniert, weil Zeit Geld ist, grundsätzlich in Situationen, die normales Telefonieren nicht zulassen, also zum Beispiel im Zug, wohlwissend, daß da immer wieder die Verbindung abreißt, an der Supermarktkasse oder am Bahnhof, während im Hintergrund kreischend Waggons verschoben werden, wodurch man einen halben Tinnitus davonträgt. Falls er sich von zuhause aus meldet, hört man ihn geschäftig tippen oder rumpelnd sein Geschirr abwaschen. Zudem gehört er zu jener Fraktion, die makelt. Ich finde ja das Wort an sich schon bezeichnend. Makeln, ja, in sehr wichtigen Fällen. Um dem Anrufer in der anderen Leitung mitzuteilen, daß man sich später melden würde. Aber Freund A vergißt meist, daß er da noch das erste Gespräch in der Leitung hat, bis man irgendwann auflegt. Eine weitere Unart von Freund A besteht darin, das Telefon weder abzuschalten noch auf lautlos zu stellen, wenn er nicht gestört werden möchte. Was zur Folge hat, daß man ihn bisweilen von seinem Nachmittagsschläfchen aufschreckt und sich dafür dann anpflaumen lassen muß. Nervenzerreißpegel: 10 von 10.

Freund B: sein mobiltelefonisches Kommunikationsverhalten gleicht, sinnbildlich gesprochen, einem Erdmännchen. Freund B fährt, im Gegensatz zu Freund A, die quasi lauernde Vermeidungsstrategie, was den Mobilfunk betrifft. Er hat sein Handy immer eingeschaltet, und zwar immer auf lautlos. Ruft man Freund B am frühen Abend an, um sich zu erkundigen, ob er Lust auf einen Kaffee, Spaziergang oder eine Runde Kino hat, kann man davon ausgehen, daß er sich ein bis zwei Stunden später enthusiastisch meldet und verlauten läßt, daß das eine sehr gute Idee wäre. Meistens hat man sich zu diesem Zeitpunkt aber schon etwas anderes ausgemacht, ist gerade wie Aphrodite der Dusche entstiegen oder schlußendlich allein ins Kino gegangen (wo man das Handy natürlich ausgeschaltet hat). Nervenzerreißpegel: ebenfalls 10 von 10.

Conclusio: beide Typen - der Chaot ebenso wie Prinz Valium - treiben mich durch ihr Verhalten auf die Palme, von wo aus ich sie mit Kokosnüssen bewerfen möchte. Und zwar mit sehr großen und sehr schweren.

Wollte ich nur einmal gesagt haben.

dieJulia Revelations [15]

dieJulia | 1493 days ago | 26 Comments | Link

Ich habe eine Macke.
Ich habe natürlich mehrere Macken, aber diese eine gehört zu denen, die mir an mir selbst am allermeisten auffallen und die, wenn ich der Wahrheit die Ehre gebe, durchaus schon das eine oder andere vorzeitige Beziehungsende mitverantwortet haben.

Es gibt, und ob das eine Urban Legend ist, war mir innerhalb meines nicht abgeschlossenen Studiums der Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie nicht vergönnt herauszufinden, es gibt der Fama nach irgendwo auf diesem reichen, runden Planeten angeblich ein Völkchen, das sich zum Essen zurückzieht wie unsereins aufs stille Örtchen, weil es die Nahrungsaufnahme als intimen Akt empfindet, den jedes Individuum am besten ungestört und vollkommen allein verrichtet.

Diesem Völkchen, so es tatsächlich existiert, fühle ich mich durchaus verbunden, wie ich an dieser Stelle unumwunden zugeben muß. In anderen Worten: es fällt mir wahnsinnig schwer, Leuten beim Essen zuschauen zu müssen, und ich muß das auch nicht haben, daß mir wer beim Essen zuschaut. Wobei das eine diffizile Sache ist. Den Anblick fremder Menschen im Restaurant ertrage ich leicht, bei Kollegen und entfernteren Bekannten ist mir das Gemampfe zwar leicht unangenehm, aber letztlich egal (da versuche ich halt nicht hinzuschauen), aber bei Menschen schließlich, die mir nahestehen oder im Begriff sind, das zu tun, bin ich empfindlicher als ein rohes Ei.

Am allermeisten fürchte ich den Augenblick, in dem ein mir (vielleicht mehr als) sympathischer, kultivierter und mit einem Grundmaß an Intelligenz, Witz und Esprit ausgestatteter Mensch in meiner Gegenwart Messer und Gabel (oder Löffel! Suppen sind besonders problematisch!) in die Hände nimmt und den ersten Bissen zum weitaufgerissenen Maul führt, um dann - womöglich noch mit ominösen Kehlkopf- und Gaumenlauten, hervorquellenden Augen und leerem Blick - zu fressen beginnt. Wirklich. Ich habe, hedonistische Kreatur, die ich bin, am Essen einen Narren gefressen (tschuldigung für den), aber es widert mich fürchterlich an, insbesondere andersgeschlechtlichen Artgenossen (mit denen ich womöglich zu einem früheren Zeitpunkt schon die Kür erledigt habe) dabei zuschauen zu müssen, wie sie über die aktuell vorliegende Nahrung herfallen als sei diese etwas, das sie auf bestialische Art - kraft ihrer maschinenhaft mahlenden Kaumuskeln und unter schrecklichem Geschnaufe - töten müssen. Wer frißt wie ein Schwein, ist auch eins. Nicht, daß ich für Schweinereien nichts übrig hätte, oh nein, ganz im Gegenteil, aber... naja, die Sache gestaltet sich da etwas schwierig, wie ich zugeben muß.

Romanzen, das sage ich hier ganz frank und frei, sind schon an diesem Augenblick zerbrochen. Mein absolut sicherstes Mittel, festzustellen, ob etwas, das sich gut anläßt, tatsächlich bestehen kann, ist der alles entscheidende Gang zum Asiaten, Italiener oder Wirten um die Ecke. Da offenbart sich nämlich die wahre Natur des Menschen. Tief verzweifelt und innerlich bereit, jederzeit zu töten, habe ich in der Vergangenheit so manchem Exfreund bei diesem unwürdigen Akt des Schaufelns zugeschaut, nein, eher habe ich verzweifelt versucht, wegzuschauen und wegzuhören, wenn Gesichter sich in grunzende Fratzen verwandelten, ehe ich es mir schließlich eingestehen konnte: Ich habe eine Macke, die mein Leben dominiert. Dabei gibt es nun aber leider keine Regeln. Es gibt schnell essende Leute, deren Anblick mir überhaupt nichts ausmacht, und es gibt langsame Dumpfkauer, die mich halb wahnsinnig machen. Es ist kein Problem, in meiner Nähe beherzt in einen Döner zu beißen, während mich auf der anderen Seite nur die seidenpapierfeine Firnis der Zivilisiertheit davon abhält, schreiend aus dem Zimmer zu laufen (oder schlimmeres), wenn jemand affektiert in seinem Salat stochert.
Es ist ein Jammer mit mir.

Aber es gibt auch etwas Positives an dieser an sich schrecklichen Macke von mir: Wenn ich jemandem unumwunden, ernsthaft und ganz entspannt gegenübersitzen kann, während er sich seine Pizza oder was auch immer einverleibt, ist das für mich ein unmittelbarer Grund, tiefe Freundschaft zu schließen beziehungsweise innerlich sofort Heiratspläne zu schmieden und die spontane Bereitschaft zu entwickeln, mindestens zwei reizende Kinder zu zeugen und einen treuglotzenden Haushund anzuschaffen und das alles.

Mir geht es da irgendwie ein bisserl wie dem Josef Hader in Indien, wenn auch quasi umgekehrt. "Weißt du", sagt der da sinngemäß, auf dem Häusl hockend, während Alfred Dorfer vor der Türe steht, "du bist der erste Mensch außer meiner Mama, neben dem ich ungestört scheißen kann."

dieJulia Revelations [14]

dieJulia | 1531 days ago | Comment | Link

Die Zeit ist so rätselhaft, und das Leben ist allemal doppelt so rätselhaft. Die Zahnräder greifen nicht, die Räder drehen sich, und Leben verflechten sich zu früh oder zu spät. (Ray Bradbury/Löwenzahnwein)

Es wäre so bequem, daran zu glauben, daß ich in manchen Belangen vielleicht einfach nie den richtigen Moment erwischt habe, aber es ist kein richtiger Freispruch. Da sind ein paar Dinge auf meinem Weg, die kommen mir manchmal vor wie eine wilde Mischung aus Schicksal und Versagen. Ich hätte meinen Moment gehabt, aber ich habe nicht genügt, weil ich eben bin wie ich bin. Manchmal würde ich gern wissen, wie manche Dinge ausgegangen wären, wenn ich meinen Part nicht so vergurkt hätte, und ob ich eigentlich sehr viel dazu beigetragen habe, ihn zu vergurken, weil vielleicht doch alles Zufall ist. Und schließlich, ob ich es denn in Wahrheit auch gewollt hätte, wenn etwas draus geworden wäre. Und womit das überhaupt alles angefangen hat, ob ich es hätte verhindern können.

Auf solche Fragen gibt es keine Antworten. Ich stelle sie mir auch nicht freiwillig, sie stellen sich selbst. Quälgeister. Ich geh mir jetzt eine Fliegenklatsche kaufen.

dieJulia Revelations [13]

dieJulia | 1591 days ago | 1 Comment | Link

DieJulia heißt nicht nur so, sie ist es auch.

dieJulia Revelations [12]

dieJulia | 1626 days ago | 2 Comments | Link

Der Eintritt kostet den Verstand. Es denkt mich wieder. Aber wie... schaurig schön ist das bisweilen...

Durs Grünbein des Tages:

Was du bist steht am Rand
Anatomischer Tafeln.
Dem Skelett an der Wand
Was von Seele zu schwafeln
Liegt gerade so verquer
Wie im Rachen der Zeit
(Kleinhirn hin, Stammhirn her)
Diese scheiß Sterblichkeit.

aus: Durs Grünbein, Schädelbasislektion

dieJulia Revelations [11]

dieJulia | 1647 days ago | 8 Comments | Link

ich bin ein stürmischer schmorbraten!

dieJulia Revelations [10]

dieJulia | 1662 days ago | 8 Comments | Link

I need a phone call
I need a raincoat
I need a big love
I need a phone call.

Three thousand five hundred miles away
But what would you change if you could?

Verdammt.

[edit]
Mein Haar mißt aktuell an der längsten Stelle 52 Zentimeter.
Ich habe 28 Zähne, wobei dieser Wert, geht es nach meinem aktuellen Zahnarzt, bald auf 26 schrumpfen soll. Zu wenig Platz da drin.
Ich habe außerdem:
206 Knochen, keiner davon je gebrochen.
1 Herz. Geschmeidiger Muskel, alle Härtetests bestanden, bisher.
10 Finger, die ziemlich viel – vom Tippen bis zum G‘schirrabwaschen - können.
2 Beine, die rennen können.
2 Augen, die sehen.
2 Ohren, die hören.
1 Bauch, der für gewöhnlich recht behält.
1 Nabel, ausgesprochen wohlgeformt.
1 manchmal ziemlich hungriges und manchmal etwas krankes Hirn.
1 Haut (gut und dicker, als ich in manchen Momenten glaube)
1 Seele (empfindsamer, als ich es manchmal zugeben möcht, aber trotzdem nicht unterzukriegen)
1 Rücken (breiter, als ich in manchen Momenten glaube)

Mir geht's also im Grunde ziemlich gut, nur damit das mal klar ist! Die Kinkerlitzchen von wegen Sehnsucht oder Melancholie oder Herzschmerz oder was auch immer hab ich schon unter den fliegenden Teppich gekehrt.
Die können mir gestohlen bleiben, die Kinkerlitzchen.

Und für mich soll's gefälligst rote Rosen regnen, mir sollen sämtliche Wunder begegnen. Genau.

dieJulia Revelations [9]

dieJulia | 1671 days ago | 3 Comments | Link

I wish I was an alien
at home behind the sun
I wish I was the souvenir
you kept your house key on

It's evolution, Baby.

(Dar)win or lose.
Is doch alles Perlenmarmelade.
So kosmisch gesehen.