Ich hätte mir meine Freunde von damals doch besser aussuchen sollen, wie’s aussieht.
eigentlich, so dachte ich, könnte ich ja einmal notieren, was ich so lese. Ist mehr für mich, könnte aber doch auch vielleicht jemanden interessieren, deshalb kommt es also ins Blog.
John Irving: Bis ich dich finde (zum ersten Mal gelesen, 6/10)
Marlen Haushofer: Die Wand (zum dritten Mal gelesen, 10/10)
Jeffrey Eugenides: Die Selbstmordschwestern (zum ersten Mal gelesen, 3/10)
Tom Robbins: Völker dieser Welt, relaxt! (zum dritten Mal gelesen, 6/10)
Albert Sánchez Pinol: Im Rausch der Stille (zum ersten Mal gelesen, 7/10)
Pino Cacucci: Puerto Escondido (zum zweiten Mal gelesen, 7/10)
[die Bewertung ist, wie immer in diesem Theater, höchst subjektiv und ein Geschenk an den geneigten Leser.]
Gut, so eine richtige Hitzewelle hat es heuer bisher nicht gegeben, aber hätte denn eine solche stattgefunden, wäre es seit diesem Wochenende mit dem Sommer vorbei; die aktuelle Temperatur beträgt in der Innenstadt so ca. 14 Grad, und man ist versucht, einzuheizen. Stattdessen kann man aber, wenn man Zeit und Muße hat (und bei mir war nachmittags zufällig beides vorrätig), ein kontemplatives Eintopfkochen veranstalten, an dessen Ende ein sauleckeres (und nach der Fünf-Elemente-Kochdings der Chinesen ganz sicher wärmendes) Gericht steht, das ich unter dem Namen Münchner Pickelsteine von meiner Besten Mutter Von Allen lernen durfte, als ich noch kaum groß genug war, um über den Topfrand zu lugen.
dieZutaten:
ca. 600 g mageres Rindfleisch (zB. Wadschinken; im Zweifelsfall zu “Gulaschfleisch” greifen)
ca. 1 kg Erdäpfel
4 große Karotten
1 Kohlrabi
2 Lauchstangen
2 EL (Oliven-) Öl
6 Knoblauchzehen (aus Mutterns Garten)
1 Glas Kapern
die Schale einer (möglichst ungespritzen) Zitrone
2 TL Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Ein paar Spritzer Essig
Wasser zum Aufgießen
ev. Suppenwürfel, falls geschmackliches Schummeln notwendig sein sollte.
So geht’s:
Am Anfang steht ja immer die bange Frage: “Wird sich auch dieses Mal das alles in meinem Topf ausgehen?”, und während man Berechnungen anstellt oder Wetten mit sich selbst abschließt, wie das Match Topf vs. Lebensmittel heute enden wird, kann man ganz gemütlich das Gemüse schälen…
… und sodann in kleine Würfel schneiden, wobei man die Karotten und den Lauch in ein extra Gefäß gibt (aus Gründen, die später erläutert werden). Zuletzt wird das Rindfleisch ebenfalls zu nicht zu großen Würfeln verarbeitet, die Zitronenschale in feinen Streifen abgehobelt und geschnitten und der Knoblauch gehackt (oder durch die Presse gejagt, ich bin da überhaupt nicht streng).
Das stellt man sich dann alles in Reichweite und holt den guten Topf aus dem Schrank. Und einen Kochlöffel.
Und jetzt kann der Kampf beginnen! Wir erhitzen 2 EL Öl und braten, wenn es raucht, die Rindfleischwürfel bei großer Hitze gut an. Ist das Fleisch schon schön angegart, kommen Knoblauch und Salz ins Spiel. Und immer schön engagiert rühren, bitte. Stammleser kennen das ja. Zu diesem Zeitpunkt sollte sich schon Flüssigkeit gebildet haben, falls nicht, ist an dieser Stelle mit Wasser und ein paar Spritzern Essig nachzuhelfen, schließlich lassen wir ja nichts anbrennen, nä? Wir lassen nun Kapern und Zitronenschale zum schmorenden Fleisch hüpfen und freuen uns über das prächtige Aroma, das uns direkt ins Stammhirn fetzt und dort wunderliche Dinge tut… Ja, und jetzt sind Kartoffeln und Kohlrabi dran - ab damit in den Topf, umrühren, Wasser dazu, und zwar so, daß alles schön bedeckt ist. Deckel zu. Und bei kleiner Hitze schmurgelig-kochig schmoren lassen. Nach einer halben Stunde kommen die Karotten dazu, bei dieser Gelegenheit kann man gleich schon einmal testen, ob der Geschmack soweit paßt und eventuell ein bißchen aufgießen und/oder nachwürzen; dann kommt aber wieder der Deckel auf den Topf, und das Köcheln geht in die nächste Runde. Ungefähr 20 Minuten vor dem geplanten Serviertermin geht es dann gnadenlos dem Lauch an den Kragen (der verkocht sich sehr rasch - wer ihn beim Essen noch sehen will, gibt ihn erst zehn Minuten vor Ende zum Rest), und dann heißt es nur mehr auf’s Essen warten. Wobei man in der Zwischenzeit zum Beispiel abwaschen und die Küche aufräumen kann, wenn man dieJulia ist.
Das Endergebnis kann es optisch zwar in keinster Weise mit dem - durch die Symbiose von Kapern, Zitronenschale und Essig unglaublich genialen - Geschmack aufnehmen, wird hier aber dennoch gezeigt:
Mahlzeit!
Empfohlener Soundtrack: Joachim Deutschland/Ein wenig Anarchie
[Alle Bilder werden durch Klick groß. Sie sind, Kollege e!genart hat es einst unübertrefflich formuliert, ein Geschenk an das Internet, und dürfen bei Gefallen für jedweden Zweck verwendet werden.
… erkundigte sich also ein Mensch via Gugel.
Nun könnte ich mich zwar, mir mein lockiges Haupthaar raufend, fragen: “Warum ich? Warum mein Blog? Warum schickt mir der Gugel solche Leute? Warum nur? Warum?” Da man mir aber ein so sonniges wie kluges Gemüt nachsagt, lautet mein - wie üblich nicht teurer, aber sensationell guter - Rat:
“Caniden ist es unter keinen Umständen gestattet, auf meinen Rasen zu defäkieren.” [die schlicht-elegante Variante für den anspruchsvollen Bildungsbürger]
oder wahlweise
“Wem sein Hund in meinen Garten scheißt, wird erschossen. (Der Hund.)” [die aussdrucksstark-authentische Variante für den bildungsferneren Hausbesitzer]
Sieben Jahre Stroh zu Gold spinnen sind definitiv genug und vorüber, Rapunzel sitzt nicht länger in der Turmstube, der Rumpel hat ausgestilzt - jetzt gibt es erst einmal, ermöglicht durch einen etwas verwegenen Deal und powered by Zufall, ein bißchen große Ferien, und dann guckt Goldmarie weiter.
Der Gatte der Wagner-übenden Opernsängerin:
Weil meine Frau so bitter sang,
wurden Kind und Sitter bang.
Man sollte sich ja viel öfter hinstellen, die Stirn runzeln und mit einem zart alarmierenden Unterton in der Stimme überzeugt feststellen:
“Dieses Haus hat übles Feng Shui. Das spüre ich!”




Kommentare
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